Gut essen im Harz: Café und Restaurant Stephanus

Café Restaurant Stephanus Halberstadt

Über die oft vergebliche Suche nach dem Küchen-Profi

Wenn ich eine Aufgabe an einen Profi übertrage, gehe ich davon aus, dass der Profi die Aufgabe besser erledigt als ich, oder zumindest genauso gut. Sonst könnte ich mir den Profi ja sparen. Das gilt in fast allen Lebensbereichen: für den neuen Farbanstrich im Wohnzimmer oder die Verlängerung der Hose genauso wie für das Mittagessen.

 

Beim Essen wird es allerdings oft knifflig - zumindest, wenn die Gaststätte in Norddeutschland liegt und nicht in, sagen wir, Rom. Wenn ich selbst koche, dann gibt es meist nichts Aufwändiges: Nudeln, Pfannkuchen, gebratenes Gemüse mit Linsen, solche Dinge ... Aber was ich koche, ist meist frisch - von Dosentomaten mal abgesehen.

 

Wenn ich essen gehe und damit das Kochen einem Profi überlasse, dann erwarte ich zumindest das: frische Zutaten, die nicht verkocht sind und ein Essen, das schmeckt. Aber schon an den frischen Zutaten scheitert es oft. Und ganz ehrlich: Warum soll ich Geld ausgeben, um in der Gaststätte vorgefertigtes Convenience-Food vorgesetzt zu bekommen?  

Im Stephanus wird frisch und saisonal gekocht

Dass es auch anders geht, nämlich frisch und saisonal, mit vielen regionalen Produkten, das zeigt zum Beispiel das Restaurant und Café Stephanus in Halberstadt - ein Tipp aus dem aktuellen Slow-Food-Genussführer (siehe auch: Slow-Food: Die besten Restaurants und Cafés im Harz). Seit ich das Stephanus im vergangenen Jahr im Genussführer entdeckt habe, wollte ich dort mal hingehen. Jetzt hat es geklappt. 

Kaffeehaus-Atmosphäre in Halberstadt

Leider war ich so hungrig, dass ich vergessen habe, das Essen für den Blog zu fotografieren. Aber am besten fahrt ihr selbst hin und probiert. Es lohnt sich. Das Stephanus liegt direkt am Domplatz, mitten in Halberstadt. Hohe Stuck-Decken und Holzstühle sorgen für Kaffeehaus-Atmosphäre. Die Kellner sind nicht nur schick in schwarzer Hose und weißem Helm gekleidet, sondern auch sehr freundlich und professionell.

Selbst die mäkeligsten Esser sind zufrieden

Wir sind zu fünft und können deshalb einiges aus der Speisekarte probieren. Unser Sohn bekommt auf Nachfrage das Schnitzel mit den hausgemachten Pommes - das geht problemlos als Kinderportion zum halben Preis, obwohl es nicht eigens auf der Karte steht. Er isst seinen gut gefüllten Teller fast komplett leer, was bei ihm selten vorkommt. Aber es schmeckt ihm wirklich gut. Wir Frauen wählen Nudeln, die es wahlweise mit Mangold oder Kürbis und mit Bio-Huhn, bestreut mit frischer Brunnenkresse gibt. Die Nudeln und das Gemüse sind angenehm bissfest, die Sauce aromatisch. Mein Mann nimmt den Zander und schwärmt noch am nächsten Tag von dem guten Essen, von dem angenehm-intensiven Eigengeschmack der Kartoffeln und der guten Kombination beim Birnen-Lauch-Gemüse.

Kleine Speisekarte, große Vielfalt

Die Preise reichten bei unserer Bestellung von 15,50 Euro (Erwachsenenportion Schnitzel mit Pommes) bis 17,50 Euro (Zander mit Birne und Lauch). Wer günstig essen will, wählt die Tagespasta für 8,90 Euro. Schöne Idee! Beeindruckend ist auch die Bandbreite der Gerichte: Sie reicht von der Currywurst bis zum Lammbraten und auch Vegetarier werden nicht lieblos mit Beilagen abgespeist, sondern bekommen so tolle Gerichte angeboten wie "Braune und weiße Champignons im Gorgonzolarahm mit Süßkartoffelfritten und Salatteller". Die Karte ist klein, aber perfekt abgestimmt. Hier dürfte jeder etwas Passendes finden. 

Hausgemachte Torte fürs nächste Mal

Die Portionen sind übrigens üppig. Das hat nur einen kleinen Nachteil: Wir müssen an der verlockenden Kuchenvitrine vorbei gehen. Dabei backt im Stephanus eine hauseigene Bäckerin die Torten. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie besser backen kann als ich. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären und den Profis, die man gerne beauftragt ... Beim Kuchen werden wir das unbedingt noch nachholen.  

Informationen

Restaurant und Café Stephanus

Domplatz 40

38820 Halberstadt

Telefon: 03941/ 604643

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag: 10-18 Uhr, Sonntag: 11 bis 18 Uhr

Website: www.stephanus-restaurant.de

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Wer schreibt hier?

Mein Name ist Monika Herbst. Ich bin Journalistin, lebe in Braunschweig und verbringe meine Freizeit so oft es geht im Harz - mit Familienausflügen, Wanderungen, Mountainbiken und gutem Essen. Wo es im Harz am schönsten ist, könnt ihr in meinem Blog lesen. Mehr dazu:

Harzlust - die Idee hinter dem Blog.


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Kommentare: 1
  • #1

    Dirk Lübker (Montag, 02 Oktober 2017 18:40)

    Wir haben im August 2015 dort im Außenbereich mit Caffè, Tee und Kuchen gesessen. An die Qualität kann ich mich nicht mehr erinnern - schlecht war sie mit Sicherheit nicht -, aber an die nette Bedienung. Und es war an einem Sonntag, die einzige geöffnete Gaststätte im weiten Umkreis!  Das Restaurant liegt so günstig, dass man über den Domplatz entweder den Dom oder die Liebfrauen-Kirche sieht.