Monika Herbst

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Heinrich Heine: Endgültiges Aus für einstiges Nobelhotel in Schierke

Ehemaliges Hotel "Heinrich Heine" in Schierke (eröffnet: 1898)
Ehemaliges Hotel "Heinrich Heine" in Schierke (eröffnet: 1898) Foto: Marc Mielzarjewicz/ Mitteldeutscher Verlag

Schierke um 1920: Hotels für verwöhnteste Ansprüche

In den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zählte der kleine Harz-Ort Schierke zu den gefragtesten Wintersportorten Deutschlands. In einem Städtebauführer von 1926* wird er als "Weltbad mit Hotels und Villen, Läden und Promenaden..." beschrieben. Von schmucken Villen und großen, freiliegenden Hotels ist in einem Reiseführer von 1920** die Rede. Wörtlich heißt es darin: "Die Einrichtungen der Hotels entsprechen den verwöhntesten und weitgehendsten Ansprüchen". Das ehemals schönste und größte Hotel ist das 1898 eröffnete "Fürst zu Stolberg", das heutige "Heinrich Heine". Auf alten Fotos sieht man einen riesigen Gebäudekomplex mit zahlreichen Türmchen und Veranden, von Bäumen umgeben. Jetzt soll es abgerissen werden...  

Drehtür im ehemaligen Hotel "Heinrich Heine"/ Schierke.
Drehtür im ehemaligen Hotel "Heinrich Heine"/ Schierke. Foto: Marc Mielzarjewicz/ Mitteldeutscher Verlag

Vom Waldarbeiter-Dorf zum noblen Wintersport-Ort

Schierke entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts vom Berg- und Waldarbeiterdorf zum Nobelort mit Prachtbauten, zu dem neben dem "Fürst zu Stolberg" auch die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute "Villa Waldpark" (später Kurhotel "Barenberger Hof", "FDGB Erholungsheim Hermann Duncker") gehörte. Für Wintersportler gab es mehrere Rodelbahnen, eine Bobbahn, eine Sprungschanze und eine Eishalle. 

Saal im ehemaligen Hotel "Heinrich Heine"/ Schierke.
Saal im ehemaligen Hotel "Heinrich Heine"/ Schierke. Foto: Marc Mielzarjewicz/ Mitteldeutscher Verlag

Schimmel und aufgeweichtes Mauerwerk

Die imposanten Gebäude stehen seit Jahren leer und sind zunehmend verfallen. Im einst so stolzen Hotel "Heinrich-Heine" sind Decken und Wände eingestürzt. Die Volksstimme berichtet von Schimmelpilzen und aufgeweichtem Mauerwerk. Dennoch war bis zuletzt die Rede davon, zumindest Teile der Bausubstanz zu erhalten. Das Land investierte vor gut zwei Jahren noch 73.000 Euro, um den weiteren Verfall aufzuhalten. So wurden beispielsweise offene Stellen im Gemäuer geschlossen. Doch inzwischen steht fest, dass das Hotel abgerissen und an dessen Stelle eine moderne Ferienhaus-Anlage errichtet wird. 

FDGB-Erholungsheim "Hermann Duncker" (als "Villa Waldpark" Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut")
FDGB-Erholungsheim "Hermann Duncker" (frühere "Villa Waldpark") Foto: Marc Mielzarjewicz/ Mitteldeutscher Verlag

Zeitgemäße Angebote für Touristen fehlen

Tatsächlich dürfte das für viele Touristen eine gute Nachricht sein: Denn seit der Wende ist in dem Ort nicht viel passiert. Schierke liegt in Sachsen-Anhalt, zu DDR-Zeiten war dort militärisches Sperrgebiet. Besucher brauchten einen Passierschein, um nach Schierke zu gelangen. Seit der Wiedervereinigung ist die Einwohnerzahl auf die Hälfte geschrumpft. Nicht mal mehr 600 Menschen leben in dem kleinen Ort. Vor allem die jungen Leute sind weggegangen. Es gab seit der Wende kaum Investitionen in Tourismus und Hotellerie. Unterkünfte und Tourismus-Angebote sind vielfach nicht mehr zeitgemäß. 

 

Verfallenes Zimmer im ehemaligen FDGB-Erholungsheim "Hermann Duncker".
Zimmer im ehemaligen FDGB-Erholungsheim "Hermann Duncker". Foto: Marc Mielzarjewicz/ Mitteldeutscher Verlag

Kritik an "Möblierung der Natur"

Seit 2009 gehört Schierke zur Nachbarstadt Wernigerode. Dort beauftragte man ein Ortsentwicklungskonzept beim Berliner Architekten Wolf Eisentraut, das Investitionen in Höhe von 40 Millionen Euro vorsah. Parkhaus, Zufahrtsstraße und Fußgängerbrücke sind bereits gebaut. Geplant ist zudem eine Seilbahn auf den Winterberg sowie eine Modernisierung des Eisstadions aus den 30er Jahren. Dazu Spielstationen, Kletterwald, Beschneiungsanlagen. Angesichts der vielen Pläne kritisierte Nationalpark-Sprecher Friedhart Knolle in der Mitteldeutschen Zeitung bereits eine "Möblierung der Natur". Bei Kritikern ist von einer drohenden "Bespaßungsmaschinerie" die Rede. 

Modernes Angebot nötig - im Einklang mit der Natur 

Die Herausforderung der nächsten Jahre wird es sein, in Schierke ein zeitgemäßes Tourismus-Angebot zu schaffen, dass sich in die Natur einfügt - und sie nicht rücksichtslos verdrängt. Was für die Natur gilt, sollte gleichermaßen für die Kultur gelten. Der Berliner Architekt Eisentraut hatte in seinem Konzept vorgesehen, zumindest Teile der Denkmalsubstanz der alten Hotels zu erhalten und in einem Neubau einzubeziehen. Im Falle des Hotels "Heinrich Heine" wird diese Chance gerade vertan...

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Weiterlesen: 

• Die Fotos in diesem Blogpost stammen aus dem Bildband: "Lost Places Harz" von Marc Mielzarjewicz. Mitteldeutscher Verlag, 2013. 19,95 Euro.

 

• Das FDGB-Erholungsheim "Hermann Duncker" ist zudem enthalten in: "Stillgelegt - 100 verlassene Orte in Deutschland und Europa", von Thomas Kemnitz, Robert Conrad und Michael Täger, Dumont-Reiseverlag, 2015. 29,99 Euro.

 

 

*"Stadt Wernigerode und Kreis Grafschaft Wernigerode mit seinen Kurorten Ilsenburg und Schierke", herausgegeben vom Magistrat der Stadt Wernigerode am Harz, bearbeitet von Stadtbaurat Deistel. Deutscher Architektur- und Industrie-Verlag Berlin-Halensee, 1926. 

 

**"Schierke, Elend, Brocken. Praktischer Reiseführer", bearbeitet von W. Dammann, Griebens Reiseführer, Albert-Goldschmidt-Verlag Berlin, 1920. 

Wer schreibt hier?

Mein Name ist Monika Herbst. Ich bin Journalistin, lebe in Braunschweig und verbringe meine Freizeit so oft es geht im Harz - mit Familienausflügen, Wanderungen, Mountainbiken und gutem Essen. Wo es im Harz am schönsten ist, könnt ihr in meinem Blog lesen. Mehr dazu:

Harzlust - die Idee hinter dem Blog.


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Kommentare: 18
  • #1

    Dr.-Ing. M. Mittmann (Donnerstag, 25 Februar 2016 21:48)

    Natürlich ist es möglich alte Bausubstanz zu erhalten und in neue Gebäude einzubeziehen, nach meiner Meinung auch in diesem Fall. Man kann ja auch gezielt einzelne markante Gebäudeteile erhalten, deren Zustand dies am ehesten zulässt. Gerade wenn man einen Ort weiterentwickeln und aus den Ruinen auferstehen lassen will, muss man das Unverwechselbare bewahren. Manchmal ist es auch als kleinste Lösung noch wertvoll, wenn man wenigstens Fassaden oder Gebäudeteile erhält. Der Gesamtabriss ist immer die schlechteste Lösung. Dies sollten die Mehrkosten wert sein, die bei der Gesamtinvestitionssumme wahrscheinlich auch nicht den Rahmen sprengen. Letztendlich ist es immer das Alte und die Geschichte, die begeistern und den eigentlichen Wert ausmachen. Warum soll eine neue Ferienanlage aussehen wie in jeder anderen beliebigen Region unseres Landes. - Wenn man die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte im Harz betrachtet, dann passt der Abriss in die Tradition dieser nicht zukunftsweisenden Entscheidung. Sicher ist allerdings, dass man ein solches Vorgehen früher oder später bereuen wird. Im übrigen war in Paris der Abriss des Eiffelturmes auch schon einmal geplant und gut begründet worden.

  • #2

    Monika Herbst (Mittwoch, 23 März 2016 23:02)

    Zumindest ein kleiner Trost für alle, die das ehemalige Heinrich-Heine-Hotel vermissen werden: Teile des Gebäudes werden - soweit möglich - in die Neubauten mit einbezogen. So soll der Granitsockel des ehemaligen Hotels wieder genutzt werden, sowie vorhandene Wandfließen und Fußbodenmosaike.

  • #3

    Torsten (Donnerstag, 24 März 2016 15:58)

    Hallo Monika,
    ich würde mich freuen, wenn wirklich ein paar historische Teile erhalten werden sollten und - vielleicht als Spolien? - bei der Neugestaltung des Areals Verwendung finden. Viel Hoffnung mache ich mir da allerdings nicht. Als 2010 das "Wurmbergblick" gegenüber abgerissen wurde, sollte auch der Ostrisalit erhalten werden - seit dem Abriss liegt er als unordentlicher Haufen Granitblöcke auf dem Grundstück herum.

  • #4

    Monika (Donnerstag, 24 März 2016 19:25)

    Hallo Torsten,
    auf die gegenüberliegende Seite habe ich gar nicht geachtet. Wurde dort neu gebaut?

  • #5

    Monika (Mittwoch, 06 April 2016 22:15)

    Gestern lief im MDR eine sehr interessante Dokumentation über das Hotel Heinrich Heine. Wer sich dafür interessiert, kann sie hier in der Mediathek noch ansehen:

    "Grand-Hotel im Sperrgebiet: Das Heine-Hotel in Schierke"
    http://www.mdr.de/tv/programm/sendung648624_ipgctx-true_zc-4cd383ea.html

  • #6

    rene (Sonntag, 05 Juni 2016 20:12)

    hallo monika,
    ich war in der letzten Woche verbotener weise im Hotel, um mir selber einen eindruck zu verschaffen.
    leider ist es so, durch den massiven wassereinbruch ist die bausubstanz derartig geschädigt, dass es keinen sinn machen würde (kosten-nutzen Rechnung) etwas zu erhalten. die holzkunstruktionen sind bis runter in den ehemaligen barraum verfault. teiweise sind über alle drei Etagen die decken durchgebrochen. die eingangsdrehtür ist da noch das beste erhaltenste stück. die massiven granit treppen inkl. deren geländer sind das einzigste was erhalten bleiben könnte. für Nostalgiker bleibt noch der Fahrstuhl und das war es dann auch schon.
    auf der gegenüberliegenden seite wurde nichts neues gebaut.
    und was viel schlimmer ist, dass in der Zwischenzeit 3 weiter ähnlich große Objekte in schierke leer stehen. und das nicht erst seit gestern.

  • #7

    Monika (Montag, 06 Juni 2016 19:45)

    Hallo Rene,

    vielen Dank für den interessanten Einblick! Und beruhigend, dass du da heil wieder raus gekommen bist (vor allem nach deinen Beschreibungen zum Zustand des Gebäudes...) Ich bin gespannt, wie viel vom ehemaligen Hotel in den neuen Ferienhäusern noch zu finden sein wird.

    Viele Grüße, Monika

  • #8

    rene (Freitag, 10 Juni 2016 21:48)

    hallo monika,

    ich denke, es wird überhaupt nichts mehr zurück bleiben. die bereits vier neuerbauten Ferienhäuser sehen wirklich super aus. am Lake Louise in Canada wären sie sicherlich besser aufgehoben bzw. ins natur-bild eingearbeitet gewesen. wozu gibt es schon bebauungspläne, wenn die jenigen, die es bestimmen nicht darauf achten.....oder mit bestimmten Geldern gezwungen werden, die augen ganz fest zu schließen!

    lieben gruß zurück

  • #9

    Dr.-Ing. M. Mittmann (Dienstag, 14 Juni 2016 08:03)

    Ich finde es ja trotz schlechtester Gebäudesubstanz dennoch immer
    unverzichtbar, irgendwelche Erinnerungen an das
    Alte zu lassen und sei es nur ein Fassadenteil o. ä. Irgendwo müssen die
    Menschen die Ortsgeschichte nachvollziehen können und ihre Identität
    festmachen.

  • #10

    markus uebel (Donnerstag, 23 Juni 2016 21:07)

    problem in den gemeinden und städten ist doch, das stadtrat und/oder gemeinderat über alles im detail enscheiden wollen und auch tun. sicherlich können sie sagen, das ist ein wohnbaugebiet, das ein industriegebiet, das ein mischgebiet. aber sie mischen sich in jedes einzelne gebäude ein, ein investor kann überhaupt nicht machen was er will. mancher wirt was besseres machen mancher etwas schlechteres, aber es ist sein geld, sein risiko, die gemeinderäte verdienen ihr geld so und so, sie riskieren garnichts und doch haben sie mehr zu sagen. wie man ja auch hier an den kommentaren sieht, meinen viele auch noch dass das so richtig ist. mich wundert wieso überhaupt jemand groß in deutschland noch investiert, wenn man nicht so machen kann wie man will. innerhalb der zoning laws und der gesetze, sprich welches gebiet es halt ist, abstandflächen, maximale höhe etc. sowas wie atlanta, new your, chicago wo ein investor halt sein wolkenkratzer in dem stil baut wie er möchte, ist hier nicht möglich. ergebnis: alle gebäude sind klötze.

  • #11

    rene (Dienstag, 28 Juni 2016 19:36)

    HINWEIS: heute ist doch tatsächlich damit begonnen worden, das heinrich heine Hotel abzureisen. damit ist es nun amtlich vollzogen und umgesetzt worden! :-(

  • #12

    Monika (Mittwoch, 29 Juni 2016 08:24)

    Oh... Vielen Dank für die Info..

  • #13

    Monika (Mittwoch, 29 Juni 2016 08:32)

    Hier noch Bilder dazu...
    http://www.volksstimme.de/lokal/wernigerode/abriss-abschied-vom-heine-hotel

  • #14

    Joachim (Sonntag, 10 Juli 2016 03:18)

    Wenn man weiß, wie das alles damals gelaufen ist, wirklich gelaufen ist mit dem Hotel Heinrich Heine, dann kann man nur noch wütend und enttäuscht sein. Das legendäre Hotel mit seiner großen Geschichte, seinem einmaligen Flair, welches auch heute bei entsprechender schrittweiser Sabierung durchaus gefragt wäre, hat den ersten Weltkrieg, den zweiten Weltkrieg und auch die Mangelwirtschaft der DDR gut überstanden. Den Todesstoß bekam es durch windige, durchaus als kriminell zu bezeichnende "Investoren", die ja leider in unserem heutigen Rechtsstaat BRD nicht selten sind und ihr Unwesen treiben dürfen, noch heute hier und da.
    Viel schlimmer jedoch, daß nun, nach dem das seinerzeit erste Kurhotel im Harz, das Sanatorium Dr. Haug bereits dem Verfall preisgegeben un abgerissen wurde, nun auch das legendäre Hotel Heinrich Heine dem verfall preisgegeben wurde. Was nützt das der Denkmalsschutz, der hier hätte greifen und schlimmeres verhindern müssen - nichts.
    Das besonders Schlimme daran ist, daß etwas geschichtlich Bedeutendes, was dem Kurort Schierke zu Ruhm und Ehre gereichte, wo dieser seinen Ursprung hatte, was sein spezielles Flair begründete, einfach mal so "hingerichtet" wurde und sang und klanglos verschwindet. Man nimmt den Menschen das Heimatgefühl, setzt ein paar neue Häuser hin, das wars.
    Wie schäbig gehen wir mit unserem historischen Erbe um !

    Ich war sehr oft Gast des wirklich tollen Heine-Hotels, eine solche Tradition und Legende, ein so einmaliges Haus einfach mal sterben zu lassen, ist fast ein Verbrechen ! Hier war eine schrittweise Sanierung sofort nach der Wende 1989 durchaus machbar, was mir auch ein namhafter Münchener Architekt bestätigt hat. Nur wenn man eben fast 20 Jahre Leerstand duldet, geht irgendwann nichts mehr....
    Wir alle sollten bedenken - was einmal weg ist, kommt nie wieder. Was neu hinzu kommt, ist nie das, was es einmal war.
    Und leider haben die Kommunen ja keinerlei echte Möglichkeit, so etwas wirklich zu verhindern....

    Es ist schön und sinnvoll, daß in Schierke endlich investiert wird, aber ich hätte mir gewünscht, daß dies besonders in der "Seele" des Kurortes - in den altehrwürdigen Kurhotels und Häusern erfolgt, um auch einmal der Nachwelt zeigen zu können, was um die Jahrhundertwende einmal geleistet wurde, als aus dem kleinen Holzfällerdorf ein ansehnlicher Kurort wurde...

    Um die Erinnerung an dieses schöne Hotel wachzuhalten, werde ich eine kleine Internetseite gestalten.....das Hotel Heinrich Heine hat es verdient !

    Und noch eines - mit rund 13,5 Mill EURO hätte man auch das Heine-Hotel sanieren können.... und damit ein Stück lebendige Schierker Geschichte erhalten.....
    Aber das muß man eben wollen......

  • #15

    Joachim (Sonntag, 10 Juli 2016 03:36)

    Und noch eines - wer glaubt, daß vom Hotel irgendetwas gerettet werden kann oder übrigt bleibt, irrt gewaltig, der aprupt verfügte Abriß, die nicht mehr gegebene Begehbarkeit des Hauses erlaubt keinerlei "Rettungsmaßnahmen", wie man mal angekommen hatte....

    in memoriam "Hotel Heinrich Heine" Schierke..... wir werden es nie vergessen !!

    eine der vielen Fehlentscheidungen und Fehlentwicklungen in Sachsen-Anhalt....

  • #16

    Monika (Donnerstag, 21 Juli 2016 16:40)

    Hier ist ein interessantes Beispiel aus der Schweiz, wie ein großartiges Belle-Époque-Hotel gerettet werden konnte: das Grandhotel Giessbach verdankt seine Wiederauferstehung einem engagierten Idealisten, vielen Einzelspendern und zusätzlichem Geld von Land und Gemeinde... (http://www.giessbach.ch/de/geschichte-63.html, siehe auch Link am Seitenende mit der ausführlichen Geschichte)
    Für das Heinrich-Heine-Hotel ist es leider zu spät...

  • #17

    shania (Freitag, 09 September 2016 02:03)

    Es ist schlimm, wenn man so geschichtsträchtige Gebäude vor sich hin siechen lässt. Und anstatt leerstehende Gebäude zu sanieren, wenn es noch möglich ist, wartet man so lange, bis es nicht mehr geht. In meinem letzten Urlaub war ich in Berchtesgaden, auch dort gibt es ein großes leer stehendes Hotel, das langsam verfällt. Ähnlich wie in Schierke oder Bad Harzburg handelt es sich auch bei diesem Hotel um die einstige erste Adresse des Ortes. Es ist traurig, wie der Mensch die Werte von damals links liegen lässt oder sich auch niemand dafür verantwortlich und zuständig fühlt.

  • #18

    Jürgen Boomgaren (Mittwoch, 21 September 2016 19:12)

    Ich fahre schon über 50 Jahre nach Wieda im Südwestharz (immer Unterkunft in einem modernisierten über 200 Jahre alten Fachwerkhaus am Silberbach). Nach der Öffnung der Grenze ging es im Westharz richtig bergab. Der "Reiz" der Grenze war weg und auch meines Wissens die Förderung als Zonenrandgebiet. Der Harz ist landschaftlich sehr schön und weitgehend nicht überlaufen. Für Naturfreunde, junge Familien mit knappen Budget und Ruhesuchenden ein kleines Paradies. Nur in den kleinen Orten zerfällt die Infrastruktur, die jungen Leute ziehen weg und die Alten sterben nach und nach aus. Schade! Ich habe einer junge Familie (die sich durchaus auch teure Urlaube im Auslsnd leisten können) ein paar Ausflugtipps gegeben und die waren begeistert und nicht das letzte Mal im Harz. Man muss nur das Wetter abhaben können. Vorallem im Spätherbst und Winter ist das nix für Weicheier und Sonnenanbeter. Aber Natur pur!