Monika Herbst

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Teufelsmauer bei Blankenburg: Nervenprobe für die Eltern

Wanderschuhe auf Felsboden, Großvaterfelsen, im Hintergrund Schloss Blankenburg
Es lohnt sich, für den Aufstieg zum Großvaterfelsen feste Wanderschuhe anzuziehen

Für Kinder ist der Rundweg ein einziges großes Abenteuer, für Eltern ist der Spaß dagegen nicht ganz unbeschwert. Der Rundweg an der Teufelsmauer von Blankenburg nach Timmenrode erfordert Trittsicherheit - und bei den Eltern mitunter starke Nerven.  

Kind steigt von Großvaterfelsen bei Blankenburg ab, hält sich am Geländer fest
Abstieg vom Großvaterfelsen: Der Weg wird durch ein Geländer und weiter unten zusätzlich mit Haltegriffen gesichert

Drei Familien, fünf Kinder im Alter von fast sechs bis elf Jahren - und ein gemeinsames Ziel: Wir wollen herausfinden, ob der Teufelsmauer-Rundweg tatsächlich so familientauglich ist, wie  vermutet (siehe: Wetten, dass an der Teufelsmauer jedes Kind zum Wanderfan wird?). In einer Info-Broschüre des Alpenvereins heißt es zum Thema "Wandern und Bergsteigen mit Kindern", dass man Forststraßen und eintönige Bergwege möglichst meiden und lieber kleine Wege und Steige wählen sollte. Auch Klettermöglichkeiten an Felsen und Bäumen seien für Kinder interessant. Dafür ist der Rundweg an der Teufelsmauer perfekt.


Allerdings heißt es in der Broschüre auch, man solle längere Passagen mit ausgesetzten und absturzgefährdeten Wegen mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren meiden. Und das ist an der Teufelsmauer teilweise der Knackpunkt...

Großvaterfelsen bei Blankenburg mit Menschen auf dem Aussichtspunkt
Und so sieht der Großvaterfelsen mit der Aussichtsstelle von unten aus

Zu unserer Gruppe gehören zwei Jungs im Vorschulalter und ein Erstklässler. Ob sie das hinbekommen? An ausgesetzten Passagen mangelt es nämlich nicht. Wir beschließen, den Rundweg entgegen der vorgeschlagenen Richtung zu gehen und mit der schwierigen Passage über die Felsen auf dem Kammweg zu starten. Am Anfang sind alle noch fit. Vielleicht zu fit, denn wir müssen sie ganz schön bremsen, damit sie wirklich gehen und nicht laufen - und sich konzentrieren, statt miteinander zu rangeln. Das ist mitunter ganz schön nervenaufreibend.

Blick vom Großvaterfelsen auf Blankenburg und das Schloss
Ausblick vom Großvaterfelsen aus: Richtung Südwesten sieht man Blankenburg und das Schloss
Kind schabt Sand aus Sandstein und füllt es in eine rote Dose
Ankunft am Hamburger Wappen: Die Kinder schaben den Sand vom Sandstein ab...

An Abenteuern unterwegs mangelt nicht: Es gibt die herausfordernden Passagen auf dem Grat des Kammwegs mit dem Anstieg zum Großvaterfelsen - mit 322 Metern die höchste Erhebung der Teufelsmauer. Und auf halber Strecke zum Hamburger Wappen ist da noch der "Fuchsbau" - der allerdings weniger von Füchsen als vielmehr von Menschen gebaut wurde. Man kann darin ein paar Stufen nach unten gehen und dann einige Meter einen sehr niedrigen Gang entlang zu einem Aussichtsfenster. Die Kinder flitzen darin herum, ohne sich den Kopf anzustoßen - für Erwachsene geht das höchstens gebückt. 

Kinder klettern auf den Felsen des Hamburger Wappens
...oder klettern auf die Felsen des Hamburger Wappens
Ein Mann und ein Kind machen Pause vor einer Sandstein-Höhle am Hamburger Wappen bei Timmenrode/ Harz
Die Erwachsenen nutzen die Zeit für eine Pause oder schauen sich die Felshöhle am Hamburger Wappen an

Okay, die vorher groß angekündigte Höhle am Hamburger Wappen finden die Kinder eher langweilig und lassen sie links liegen. Eine Höhle muss schließlich dunkel sein, damit sie spannend ist. Aber davon haben Erwachsene natürlich keine Ahnung...Stattdessen nutzen sie die Zeit zum Klettern und zum Abschaben von Sandstein.

Zwei Kinder klettern auf Felsen an der Teufelsmauer
Die Teufelsmauer bietet ordentlich Kletterspaß. Zum Beispiel hier in der Nähe des Hamburger Wappens bei Timmenrode

Fazit:

Die Rundtour entlang der Teufelsmauer ist eine wunderschöne, abwechslungsreiche Wanderung für Erwachsene und bietet für Kinder viele spannende Entdeckungen und Klettermöglichkeiten. Den felsigen Kammweg sollte man allerdings nur gehen, wenn die Kinder wirklich trittsicher sind. Gerade mehrere Kindern lenken sich gern gegenseitig ab, statt sich auf den Weg zu konzentrieren. Bei kritischen Passagen ist es daher sinnvoll, dass immer ein Kind und ein Erwachsener hintereinander gehen.


Wer den Rundweg mit Kindern geht, sollte mit dem Kammweg anfangen. Auf dem Rückweg waren unsere Kleinen ganz schön geschafft und sind auch mal über Wurzeln gestolpert - auf dem ausgesetzten Kammweg kann das ziemlich gefährlich werden, auf dem Pfad südlich des Kammwegs war es kein Problem. Wer mit Kleinkindern unterwegs ist und/ oder auf Nummer sicher gehen will, läuft einfach den südlichen Hangweg hin und zurück. 

Weitere Informationen: 

  • Entfernung: 7,1km. Dauer: 3h (wir waren mit den Kindern und vielen, langen Pausen circa 5 Stunden unterwegs)
  • Ausgangspunkt: Die Straße "Heidelberg" in Blankenburg (Parkplatz einige Schritte weiter in der Straße "Schnappelberg")
  • Die vollständige Beschreibung der Tour gibt es auf www.outdooractive.com (Achtung, bitte Kommentare auf der Seite beachten, in der Beschreibung haben sich einige Fehler eingeschlichen) 
  • Tipp: Mit Kindern die Tour besser andersrum gehen (siehe Text)
  • Harzer Wandernadel: Stempelstellen gibt es an der Gaststätte beim Großvaterfelsen (Nr. 76) und beim Hamburger Wappen (Nr. 74) (Mehr Infos über die Harzer Wandernadel unter www.harzer-wandernadel.de)

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Kommentare: 1
  • #1

    Dennis (Sonntag, 07 August 2016 10:28)

    Hallo Monika, ich mal wieder. Fünf Stunden hin und zurück finde ich trotz Kinder doch ganz schön flott. Gerade der Kammweg ist nicht zu unterschätzen. Ich habe letzten vom Großvater bis zum Hamburger Wappen ebenfalls locker zwei Stunden gebraucht, obwohl die Strecke mit knapp vier Kilometer doch eher kurz ist. Aber man muss stellenweise schon ganz schön aufpassen und zur Gemse werden. Dafür ist es aber einfach eine tolle Tour! Wart ihr mit euren Kids schon mal in den Blankenburger Sandhöhlen unterhalb der Burg Regenstein?