Clausthal-Zellerfeld: Idyllische Teiche und verwunschene Trails 

Die kleine Bergstadt Clausthal-Zellerfeld im niedersächsischen Harz hat für aktive Naturliebhaber viel zu bieten: dutzende kleiner Teiche zum Baden beispielsweise und wunderschöne Pfade zum Wandern oder Mountainbiken. Trotzdem hat die Stadt ein Problem...

Oberer Hausherzberger Teich, Clausthal-Zellerfeld, Waldschwimmbad, Freibad

Baden im Oberen Hausherzberger Teich 

Clausthal-Zellerfeld ist ideal für Wintersportler - und alle, die während der Hitzewelle in Deutschland mal abtauchen wollen. Das Oberharzer Klima mit seinem kräftigem Wind, dem vielen Niederschlag und den langen Wintern ist berüchtigt. Clausthal-Zellerfeld wird deshalb auch gerne mal als "Saukalt-Schnellerkält" bezeichnet. Und der dortigen Technischen Universität wird nachgesagt, dass sie die einzige Uni mit zwei Wintersemestern ist. 

Oberer Hausherzberger Teich, Clausthal-Zellerfeld, Waldschwimmbad, Freibad

Die vielen Oberharzer Teiche - je nach Quelle gibt es zwischen 50 und 70 - sind im Sommer ideale Ausflugsziele. In vielen der Teiche darf man baden. Wir probieren den Oberen Hausherzberger Teich aus, das offizielle Freibad Clausthal-Zellerfelds (Voigtslust 2/ Clausthal-Zellerfeld). Ein Waldsee, naturgemäß mit viel Grün umgeben und angenehm kühl, aber nicht zu kalt. An dem heißen Wochenende sind vor allem die Schattenplätze auf der Liegewiese vor dem Teich begehrt. Wer Leben sucht und sich über Infrastruktur wie Kiosk, Toiletten, Kinderspielplatz, abgetrennten Nichtschwimmer-Bereich und Badeaufsicht freut, ist hier richtig. Ruhesuchende wählen besser einen der vielen anderen Teiche (siehe "weitere Informationen" am Ende der Seite).

Mountainbiken vor der Haustür in Clausthal-Zellerfeld

Mountainbiken bei Clausthal-Zellerfeld - das waren für mich bislang vor allem die Routen der Volksbank-Arena-Harz. Dabei gibt es um Clausthal-Zellerfeld viel mehr Trails zu entdecken, viele davon direkt vor der Tür, wie mir und einer kleinen Mountainbike-Truppe Norman Fass vom Bundeslehrteam der Deutschen Initiative Mountain Bike (DIMB) vor einigen Tagen gezeigt hat (an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Landessportbund Niedersachsen für die tolle Aktion). 

 

Ziel der Tour war, zu zeigen, wie man umwelt- und sozialverträglich Mountainbike fährt - den Trail Rules entsprechend. Zum Beispiel bergab zu fahren, ohne dass die Räder blockieren, um die Wege nicht kaputt zu machen und Wanderer nur im Schritttempo zu passieren. 

Norman Fass, Bundeslehrteam DIMB auf dem Mountainbike bei Clausthal-Zellerfeld/ Harz

Eine knappe Stunde ist der Mountainbike-Lehrer mit uns die Trails rund um den Eschenbacher Teich und östlich davon entlang gefahren. Wunderschöne Pfade, über kleine Dämme, zwischen Wiesen und über Wurzeln entlang. Mehrfach hat er das Handzeichen zum Abbiegen gegeben und es war bis zuletzt unklar, wo er eigentlich hin will, so versteckt waren die kleinen Wege. Schön war's!

Damm bei Clausthal Zellerfeld

Der Oberharz hat ein Vermarktungsproblem

Nun könnte man meinen, die Stadt und allen voran die Tourist-Information würde ordentlich mit dieser tollen Infrastruktur für Badefreunde, Moutainbiker und Wanderer protzen. Schließlich gehört der Tourismus zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Clausthal-Zellerfeld. Und das dem Westharz die Touristen wegbrechen, ist kein Geheimnis. 

 

Stöbert man auf der Seite www.oberharz.de nach Informationen für Aktiv-Urlauber, findet man stattdessen zum Beispiel einen ausführlichen Eintrag über die "Oberharzer Mundart" oder das Lied "Im Oberharz". Das mag am Rande ganz nett sein, aber es ist definitiv nicht das, was man als Besucher zuerst wissen will. Zumal das alte Lied auch noch düster und abschreckend ist, mit Sätzen wie: "Es ragen dunkle Tannen zum Himmel ohne Zahl, und weißer Nebel hebt sich empor aus tiefem Tal. Es riecht so schweflig sauer und tötet Baum und Strauch. Das ist des Harzes Herold, der biedere Hüttenrauch! - Hüttenrauch! - Kein Mensch kann ihm entfliehen...".  Auf der Webseite heißt es dazu, damit könne man sich musikalisch auf den Aufenthalt einstimmen. Ist das ernst gemeint? Hoffentlich nicht!


Und was ist mit der großartigen Natur, die Clausthal-Zellerfeld so attraktiv macht? Wer will, kann schließlich jeden Urlaubstag einen anderen der vielen idyllischen Waldseen ausprobieren oder auf einem der vielen Pfade zu Fuß oder mit dem Mountainbike die Gegend erkunden. Die Informationen dazu sind entweder gut versteckt (die Badeseen findet man über die Suche, vorausgesetzt man weiß von ihrer Existenz) oder veraltet (beim Thema Mountainbiken stösst man zuerst auf geführte Touren, bei denen der Kontakt-Link tot ist).

 

Es sieht aus, als hätte der Oberharz - und damit auch Clausthal-Zellerfeld - ein Vermarktungsproblem. Dabei dürfte sich ruhig rumsprechen, was das für ein tolles Reise- und Ausflugsziel ist.  

Weitere Informationen: 

  • Schwimmen im Oberharz: Überblick der Tourist-Information mit den schönsten Freibädern und Badeseen in Altenau, Clausthal-Zellerfeld, Schulenberg, Buntenbock, Sankt Andreasberg und  Wildemann. 
  • Mountainbiken um Clausthal-Zellerfeld: Kartenmaterial: "Der Harz für Mountainbiker. Das offizielle Kartenset zur Volksbank Arena Harz". Maßstab: 1:50.000. Hinter den in grau als Feldweg eingezeichneten Strecken verbergen sich um Clausthal-Zellerfeld zum Teil prima Trails.  

 

Weiterlesen: Restaurants in Clausthal-Zellerfeld

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Kommentare: 1
  • #1

    Monika Herbst (Sonntag, 12 Juli 2015)

    Die Betreiber der Seite www.oberharz.de haben die kaputten Links sofort nach dem Blogpost repariert. Ein Relaunch der Seite ist ohnehin bereits in Planung. Prima!