Monika Herbst

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Kästeklippentour: Sind Premiumwanderwege schöner?

Weiße Blüte eines Buschwindröschens
Buschwindröschen auf der Kästeklippentour. Sie gehören zu den ersten Frühlingsblumen und blühen im März und April.

Drei Premiumwanderwege im Harz

Seit vergangenem Jahr gibt es im Harz drei Rundwege, die als Premiumwanderwege ausgezeichnet sind. Neben dem Liebesbankweg (7km, Hahnenklee) gehören inzwischen auch die Luchstour (16,4km) und die Kästeklippentour (11,5km, beide Bad Harzburg) zu dieser Luxuskategorie des Deutschen Wanderinstituts. Aber sind Premiumwanderwege wirklich so viel schöner? Oder ist das reines Marketing und nix dahinter? Den Liebesbankweg haben wir vergangenen Sommer getestet - und waren begeistert  (Liebesbankweg: Die perfekte Sommer-Tour). Ob auch die Kästeklippentour hält, was das Wanderinstitut verspricht?

Ausschilderung der Kästeklippentour: Felsformation mit grimmig schauendem "Alten vom Berge"
Der "Alte vom Berge" guckt zwar grimmig, weist uns aber auf der Kästeklippentour tadellos den Weg.

Was verspricht das Wanderinstitut eigentlich? 

Insgesamt 34 Kriterien werden bei der Auszeichnung von Premiumwanderwegen berücksichtigt. Positiv werden zum Beispiel erdige oder grasige Wege bewertet, negativ geschotterte oder geteerte Wege. Pluspunkte gibt es auch für eine eindeutige Beschilderung und für eine attraktive Umgebung. Die Kästeklippentour hat nach den Kriterien des Wanderinstituts einiges zu bieten, naturnahe Gewässer und Felsen zum Beispiel...

Wanderpause während der Kästeklippentour: Monika Herbst auf einer Bank
Pause für die müden Beine. Schön bequem auf einer der neuen, geschwungenen Holzbänke.

..und neue Bänke - auch dafür gibt es Pluspunkte. Mein Mann und ich starten am Café Goldberg und folgen dem Weg im Uhrzeigersinn. Es erwartet uns ein mehr oder weniger strammer Anstieg. In der ersten Stunde schaffen wir gerade mal 2,8 Kilometer. Der Weg führt an plätschernden Bächen vorbei über wunderschöne, wurzelige Pfade. Die Sonne lässt die kahlen Zweige der Laubbäume silbern glänzen. Schöner geht es nicht!

Bach zwischen bemoosten Steinen, Kästeklippentour Harz
Gläsekentalbach, Schlackentalbach - überall plätschert es neben den Wanderwegen
Pfad mit Wurzeln und braunen Fichtennadeln, Kästeklippentour
Ein Traum für Mountainbiker und Wanderer: Die vielen Pfade auf der Kästeklippentour

Tatsächlich ist der Weg auch für Mountainbiker ideal. Und zumindest heute - immerhin ein sonniger Sonntagnachmittag - begegnen wir auf dem Rundweg kaum jemanden. Man muss also nicht fürchten, dass es eng wird und ständig Wanderer und Mountainbiker aufeinander treffen.

Ein Wegweiser der Kästeklippentour, der auf Kniehöhe endet. Daneben ein umgestürzter Baum, der den Pfosten mit dem Wegweiser offensichtlich in den Boden gerammt hat.
Ein Wegweiser auf Kniehöhe? Der umfallende Baum hat den Pfosten offensichtlich in den Boden gerammt.
Felsformation Kästeklippentour, die aussieht wie ein Adlerkopf
Sieht aus wie ein Adlerkopf - eine Felsformation unterwegs auf der Kästeklippentour

Das Highlight der Tour sind die Kästeklippen, eine Gruppe von Granitfelsen, etwa auf der Hälfte des Rundweges. Die Kästeklippen gehören zum Huthberg, der auf der Westseite steil Richtung Oker abfällt. Einer der Felsen, die man von der dortigen Aussichtsplattform aus sieht, ähnelt dem Gesicht eines alten Mannes: "Der Alte vom Berge", mit dem auch der Weg markiert ist. Auf eben diese Wegmarkierung konzentrieren mein Mann und ich uns, während wir mit schnellem Schritt durch den Wald laufen. Wir wollen noch den Kuchen im Café Goldberg probieren, bevor wir unseren Sohn vom Kindergeburtstag abholen. Viel Zeit bleibt nicht. Auch nicht, um die Schilder zu lesen, die es jenseits des "Alten vom Berge" noch gibt. Dieser will sich offensichtlich nicht so wichtig machen und sich selbst nicht in den Mittelpunkt stellen. Ein sympathischer Zug, aber dadurch laufen wir am Highlight der Tour glatt vorbei...

Café Goldberg/ Bad Harzburg: Sonnenterrasse mit Ausblick auf nördliches Harzvorland
Sart und Ziel des Rundwegs: Das Café Goldberg

Nach gut 2,5 Stunden sind wir zurück am Ausgangspunkt auf der Terrasse des Cafés. Wir halten unsere Gesichter in die Frühlingssonne, blicken weit in das nördliche Harzvorland und essen dabei selbst gebackenen Rhabarberkuchen mit Streußel. Herrlich. Den Preisen merkt man die attraktive Lage zwar an - der Cappuccino kostet 3,30 Euro - aber der Kochen schmeckt großartig und der Service ist sehr angenehm. Gut, dass wir an den Kästeklippen vorbei gelaufen sind, so haben wir einen Grund, bald wieder zu kommen...

Fazit:

Sehr schöne Wandertour, die vielfach an plätschernden Bächen auf attraktiven Pfaden lang führt. Es gibt auch kleine "Durststrecken" mit langweiligen Forstwegen, aber die lassen sich gut verschmerzen. 

Tipp:

Am Café Goldberg gibt es nur begrenzt Parkplätze. Die Stadt rät, gegebenenfalls auf die Parkplätze am Sportpark an der Rennbahn auszuweichen. 

Weitere Informationen:

Weiterlesen: Ausflugsziele in und um Bad Harzburg

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Kommentare: 2
  • #1

    Juliane (Montag, 04 Mai 2015 09:39)

    Hallo liebe Monika! Habe Dein Blog erst kürzlich entdeckt und direkt am 1. Mai diese Tour abgewandert. Spaß hat's gemacht. Einen anderen Tipp von Dir, das Polsterberger Hubhaus, habe ich das Wochenende zuvor getestet. Ich freue mich auf mehr von Dir.
    Liebe Grüße,
    Juliane aus Göttingen

  • #2

    Monika (Dienstag, 05 Mai 2015 17:27)

    Liebe Juliane,

    toll, da bist du ja von Göttingen aus weit in den Nordharz vorgedrungen :) Freut mich sehr, dass dir die Tour und das Polsterberger Hubhaus gefallen haben. Da hast du dir auch zwei absolute Harz-Highlights ausgesucht.

    Danke für deinen Kommentar und weiterhin viel Spaß im Harz,
    Monika