3. Etappe, Selketal-Stieg: Ameisenberge & Mönchskutten

Keine Ahnung, ob die Abkürzung nach Ballenstedt kinderwagentauglich ist. Unser Fahrradanhänger, der abwechseln unser Gepäck und unseren Sohn transportiert, ist schließlich tourentauglich: mit Federung, drei großen Rädern und Handbremse vorne. Was soll da schon schief gehen? Der Lumpenstieg hat uns trotzdem ziemlich an unsere Grenzen gebracht...

Lumpenstieg nach Ballenstedt. Schmaler, steiler Weg
Auch wenn es auf dem Foto nicht so aussieht: Auf dem Lumpenstieg geht's steil nach oben. Das ist die kürzeste Verbindung zwischen der Jugendherberge Falkenstein und Ballenstedt
Pausenplatz im Wald mit Bank, Schutzhütte, bemoostem Baumstamm
Zurück auf dem Selketal-Stieg: Beim Abzweig nach Opperode gibt es einen idyllisch gelegener Pausenplatz
Mit Wein überwuchertes Gebäude von Schloss Ballenstedt
Seitenansicht von Schloss Ballenstedt: Barock-Anlage mit weitläufigem Schlosspark und Allee
Weg mit Blick auf das im Dunst liegende Schloss Ballenstedt.
Blick zurück: Nach einem Regenschauer liegt Schloss Ballenstedt im Dunst. Der riesige Landschaftspark geht in den Wald über

Die Route: Eigentlich wollten wir von der Jugendherberge Falkenstein auf den Selketal-Stieg über Meisdorf bis Ballenstedt laufen und dann mit dem Bus nach Gernrode zurückfahren. Der Bus fährt sonntags jedoch nur einmal am Tag. Also Plan B: Wir kürzen ab und laufen - ohne den Abstecher über Meisdorf - über den Lumpenstieg die 6 Kilometer direkt nach Ballenstedt und von da aus weiter rund 7 Kilometer zu unserem Auto nach Gernrode. Der Lumpenstieg hat es in sich: Zu zweit und schwer schnaufend schieben wir den mit Gepäck beladenen Fahrradanhänger den steilen und stellenweise wurzeligen Weg nach oben. 

 

Danach geht es durch dunklen Fichtenwald Richtung Ballenstedt. Alle paar Meter sehen wir Ameisenhaufen, der größte davon ist eher ein Ameisenberg. Er ist fast zwei Meter hoch. Beim Abzweig nach Opperode gibt es einen schönen Pausenplatz mit Bank und Schutzhütte. Ab dann führt der Weg am Harzrand entlang und gibt den Blick frei auf Wiesen und weidende Rinder. In Ballenstedt angekommen geht es am Ortsrand auf asphaltierter Straße weiter. Vorbei an kleinen bunten Häusern und an einer Lungenklinik, bei der sich die Patienten auf dem Raucherbalkon drängeln. Der Weg ist erhöht, so dass wir einen schönen Blick auf das kleine Städtchen haben - und schließlich auf das Schloss Ballenstedt. Von dort aus geht es auf einer breiten, geraden Straße an Wiesen und Obstbäumen vorbei im Endspurt nach Gernrode. 

Anschauen: Zugegeben, beim Schloss Ballenstedt inspizieren wir vor allem die Klosterstuben. Wenn man Glück hat, kann man dort auf der Terrasse mit Blick auf die Schlossanlage essen. Wir haben das Glück nur ganze fünf Minuten lang, dann scheucht uns ein Regenschauer nach drinnen, in den ehemaligen Speisesaal der Benediktinermönche. Wir sitzen im alten Klostergewölbe, plauschen mit dem freundlichen Mann in der Mönchskutte und fühlen uns beim Gang zur Toilette wie Schlossherren, weil wir zum Öffnen der Tür einen imposanten mindestens 20 Zentimeter langen Schlüssel in die Hand gedrückt bekommen. Soll es draußen ruhig regnen, unser Sohn wird mit Spielen versorgt und wir mit exzellentem Essen, das - laut Karte - viele Produkte aus der Region enthält. 

Tipps:


• Während der Selketal-Stieg sehr gut ausgeschildert ist, braucht man für die Abkürzung über den Lumpenstieg nach Ballenstedt zur Orientierung definitiv eine detaillierte Karte und einen Kompass.


Einen Überblick über die komplette dreitägige Selketal-Stieg-Rundwanderung gibt es hier: Selketal-Stieg: Drei Tage Wanderglück


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