Monika Herbst

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Harzburger Hof: Symbol für glanzvolle Zeiten

Mitte Mai 2014 brannte der Harzburger Hof. Von dem einst renommierten Hotel in Bad Harzburg ist nur noch ein zerstörtes Gebäude übrig - und faszinierende Fotos aus einer anderen Zeit. 

Harzburger Hof, Bad Harzburg, Außenansicht
Foto: André Winternitz/rottenplaces.de

Der Harzburger Hof steht seit Jahren leer. 2010 hat ein Investor das einstige Luxushotel gekauft - nur leider hat er nie investiert. Das Gebäude verfiel zunehmend, wurde von Randalierern heimgesucht und von Dieben, die selbst die Wandverkleidung mitgehen liesen. Der Brand gab dem Gebäude den Rest. Die Feuerwehr vermutet Brandstiftung. 

 

Was für ein wunderbares Haus dadurch für immer zerstört wurde, lassen die Bilder ahnen, die verschiedene Fotografen vor dem Brand in dem leerstehenden Gebäude gemacht hatten (siehe The lost places und Rottenplaces): Um das imposante, aus Holz gebaute Hotel ziehen sich weiträumige Loggien mit Holzsäulen. Innen sieht man hohe Räume, wuchtige Polstersessel, raumhohe Spiegel, Kassettendecken mit Blütenornamenten, üppig verzierte Treppengeländer und Marmorsäulen.

 

Der morbide Charme ist faszinierend. Und er macht neugierig. Was war das für ein Haus? Wie war das Leben damals, zu den Blütezeiten, in Bad Harzburg?

 

Ich will mehr wissen und hole mir eine Chronik über Bad Harzburg aus der Stadtbibliothek. Sofort lese ich mich fest und erfahre Folgendes:

Harzburger Hof, Bad Harzburg, Innenansicht
Foto: André Winternitz/rottenplaces.de

Zeitung fordert freundlicheren Umgang mit Gästen

Der Harzburger Hof und das Kurhaus wurden 1874 eröffnet. Zu dieser Zeit hatte sich Neustadt, wie Bad Harzburg damals hieß, bereits den Ruf eines internationalen Luxusbades erworben. Zu verdanken hatte die Stadt dies der Solequelle am Fuße des Burgbergs. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich die Salzgewinnung nicht mehr rentierte, setzten die Harzburger die Sole zum Baden ein. Ärzte hatten die Wirkung des Harzburger Solewassers bei verschiedenen Krankheiten bestätigt. 

 

Zu der Zeit wurden die Städte enger, lauter und stickiger. Waldluft, Berge und von den großen Städten aus bequem erreichbare Orte wurden zunehmend attraktiv für wohlhabende Bürger, die es sich leisten konnten, zu reisen. Bad Harzburg wurde bürgerlicher und reicher, während in der Umgebung nach wie vor harte Arbeit den Alltag prägte - überwiegend im Bergbau und in der Verhüttung.

 

Die Einwohner lebten verstärkt vom Tourismus. Die Nachfrage nach Unterkünften überstieg das Angebot deutlich. Das nutzten die Bad Harzburger zu ihrem Vorteil, indem sie laut Chronik überhöhte Preise verlangten. Auch sonst kommen die Einwohner in der Chronik nicht immer gut weg. So steht dort auch: "Die Alteingesessenen gehören eher einem protestantisch-nüchternen soliden Menschenschlag an, dessen Kontaktfreude und Aufgeschlossenheit, besonders Gästen gegenüber, nicht gerade zu seinen sprichwörtlichen Tugenden gehört." Die Harzburger Zeitung soll damals immer mal wieder "freundlichere und zuvorkommendere Umgangsformen" angemahnt haben. 

Harzburger Hof, Bad Harzburg, Innenansicht
Foto: André Winternitz/rottenplaces.de

Harzburger Hof: Ansturm im Eröffnungsjahr

Sehr zeitlos diese Chronik. Vielleicht könnte die Goslarsche Zeitung diese Tradition wiederbeleben und gelegentlich um mehr Entgegenkommen den Gästen gegenüber bitten? Ich muss an das Café in der Bad Harzburger Bummelmeile denken, in dem mir eine Kellnerin - im Jahr 2013! - in ziemlich patzigem Ton mitteilte, dass es am Sonntag Tee nur in Kännchen gebe. Aber ich komme vom Thema ab...

 

Die Gründer der Harzburger Aktiengesellschaft, die später den Harzburger Hof bauen sollten, hatten Angst, die Harzburger könnten es sich mit den Touristen auf Dauer verderben, so dass diese in andere Gebiete abwanderten. Vorauschauend, wie sie waren, wollten sie den Gästen mehr bieten, um Bad Harzburg langfristig attraktiv zu machen. In ihrem Statut legten sie als Zweck fest: "Hebung des Bade- und Kurortes Harzburg durch Verbesserung, Vermehrung seiner Heilmittel und Kuranstalten". Nachdem die AG schließlich den Harzburger Hof gebaut und eröffnet hatte, pendelten sich die Preise der anderen Unterkünfte tatsächlich auf Normalmaß ein und die Wirte wurden - zumindest laut Chronik - den Gästen gegenüber aufmerksamer. 

 

Der Harzburger Hof war von Anfang an stark frequentiert. 1500 Gäste kamen noch im Eröffnungsjahr. Über eineinhalb Millionen Mark hat der Hotelbau damals gekostet. Bis zum ersten Weltkrieg und darüber hinaus gab es eine große Zahl stattlicher Hotels in Harzburg. Die Chronik listet die 26 wichtigsten davon auf. Der Harzburger Hof steht an erster Stelle. Er war mit 200 Zimmern das deutlich größte Hotel. Was das Zimmerangebot anbelangte, war Bad Harzburg damals auf Platz 4 in Deutschland. Es müssen glanzvolle Zeiten gewesen sein. Davon zeugen heute noch viele prächtige Gründerzeit-Villen, die man bei einem Spaziergang durch die Stadt entdecken kann. Und der Harzburger Hof, von dem jetzt leider nur noch eine Ruine übrig ist - und sehr beeindruckende Bilder. 

Und sonst?

Stadtbesichtigung auf die andere Art: Es ist bestimmt lohnend, sich auf die Spuren der historischen Gebäude in Bad Harzburg zu begeben.

 

Bei einer ersten Suche habe ich diese möglichen Ziele gefunden: 

 

Spielbank Bad Harzburg, Herzog-Julius-Straße

 

Trink- und Wandelhalle, Gehweg am Badepark

 

Altes Gebäude, Location für Filmdrehs, Amsbergstraße

 

Ich freue mich über Ergänzungen...

Infos:

Wer mehr über die Geschichte Bad Harzburgs wissen will, kann in der gut lesbaren und interessanten 700-Seiten-Chronik der Stadt schmöckern: "Bad Harzburg - Chronik einer Stadt. Von Harald Meier und Kurt Neumann. Verlag Lax, Hildesheim 2000"

 

Bad Harzburg heute: Einige Infos zur Stadtentwicklung gibt es in der zweiten Hälfte dieses Blogposts: Winuwuk - Künstlercafé in Bad Harzburg

 

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Kommentare: 17
  • #1

    shania (Dienstag, 16 September 2014 20:45)

    Ich weiß nicht, warum alle immer sagen, von dem Hotel sei nur noch eine Ruine übrig. Der Brandschaden an für sich ist nicht sehr groß, lediglich der Dachstuhl im Haupfkomplex ist abgebrannt und es hat im Stockwerk darunter einige Deckeneinbrüche gegeben. Hierdurch entstand in dem einen oder anderen Zimmer ein Brand, so dass auch hier Brandspuren zu finden sind. Viel schlimmer ist der Wasserschaden, der durch das Löschwasser entstanden ist. Hierdurch ist die Einsturzgefahr des Gebäudes erheblich gestiegen. Etwa ein Drittel des Gebäudes blieb allerdings vom Feuer unbehelligt. Wenn man von unten schaut, ist der Schaden kaum auszumachen. Von oben ist er allerdings deutlich sichtbar. Die Feuerwehr hat gute Arbeit geleistet, sonst wäre noch mehr abgebrannt.

  • #2

    Monika (Mittwoch, 17 September 2014 14:05)

    Vielen Dank für Ihren Kommentar! Wer sich selbst ein Bild vom Gebäude nach dem Brand machen möchte: Am Ende dieser Seite gibt es ein Foto vom Harzburger Hof, das ich vor Kurzem von oben, vom Burgberg aus gemacht habe: http://www.monika-herbst.de/2014/08/31/bad-harzburg-die-schönsten-ziele-für-kinder/

    Zum Begriff "Ruine": Laut Duden-Definition handelt es bei einer Ruine um "stehen gebliebene Reste eines zum [größeren] Teil zerstörten oder verfallenen [historischen] Bauwerkes". Sprich, der Begriff wird unabhängig vom Ausmaß der Zerstörung genutzt.

    Ich hatte allerdings an anderer Stelle den Begriff "Trümmerhaufen" verwendet. Das trifft es tatsächlich nicht, da haben Sie Recht. Ich habe es entsprechend korrigiert.

  • #3

    monika-herbst (Dienstag, 07 Oktober 2014 18:15)

    Aktuell: Bilder auf NDR.de zeigen das Innere des einst renommierten Hotels Harzburger Hof nach dem Brand. Traurig, was davon übrig ist. Auch die Staatsanwaltschaft geht laut NRD-Bericht mittlerweile von Brandstiftung aus. http://bit.ly/1vMGNly

  • #4

    monika-herbst (Freitag, 19 Dezember 2014 11:57)

    Laut Braunschweiger Zeitung vom 18.12.14 gibt es einen Braunschweiger Investor, der den Harzburger Hof kaufen und touristisch nutzen will. Schön, wenn das klappen würde...

  • #5

    monika-herbst (Dienstag, 06 Januar 2015 10:15)

    Laut NDR wurde der Harzburger Hof tatsächlich verkauft. Was mit der Hotelruine und dem Gelände passieren wird, ist dem Bericht nach noch offen. In der Diskussion ist der Bau (Neubau?) eines Fünfsterne-Hotel oder ein Abenteuerspielplatz.

    http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Der-Harzburger-Hof-ist-offenbar-verkauft,harzburgerhof156.html

  • #6

    Gabi2403 (Mittwoch, 12 August 2015 09:43)

    War gestern mal imHarzbergerhof ist schon beeindruckend. ...bin aber nicht dieTreppe rauf....
    War aber doch irgendwie gruselig ....schade da kann man nix mehr erhalten.

  • #7

    shania (Montag, 07 Dezember 2015 14:17)

    Nun hat der Harzburger Hof erneut gebrannt, letzte Nacht um kurz vor 00.00 Uhr, 06.12.2015. Diesmal in dem Teil, der bei dem ersten Brand verschont geblieben ist. Und wieder hat es im Dachstuhl gebrannt. Die Feuerwehr war 7 Stunden im Einsatz, ein Feuerwehrmann wurde verletzt, 160 Kräfte waren im Einsatz. Ich konnte wieder mal den weißen Rauch im nächtlichen Himmel sehen.
    Es ist, als ob hier jemand das Gebäude komplett zerstören will. Jetzt kann es nur noch abgerissen werden.

  • #8

    Monika (Montag, 07 Dezember 2015 14:22)

    Vielen Dank für den Kommentar. Es ist sehr traurig und unverständlich, was sich da abspielt... Weitere Infos gibt es hier:

    http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Harzburger-Hof-brennt-erneut-Polizei-sucht-Zeugen,harzburgerhof160.html

  • #9

    Monika (Dienstag, 08 Dezember 2015 11:30)

    "Das muss weg", sagt der Eigentümer gegenüber dem NDR über die Bauruine. Damit ist ausgesprochen, dass es für das Gebäude keine Zukunft mehr geben wird...

    http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Harzburger-Hof-Alter-Glanz-endgueltig-verglueht,harzburgerhof192.html

  • #10

    Sven (Donnerstag, 14 Juli 2016 22:46)

    Ich habe mir das Gebäude angesehen und um ehrlich zu sein, zum Abreißen zu schade, lieber solle man was zu retten ist, sehr viele teile von dem Gebäude sind verschont geblieben und eigentlich wurde mehr vom Vandalismus zerstört als vom Brand selber.
    Persönlich war ich echt begeistert und erinnerte mich an das Waverly Hills Sanatorium, aber wie dem auch sei, man kann sicherlich noch einiges machen, sei es ein Hostel oder eben mehr für Kinder und Jugendliche, aber dazu braucht man Investoren und Pläne.

  • #11

    Monika (Freitag, 15 Juli 2016 12:54)

    Tja, leider sieht es so aus, als wäre der Abriss längst beschlossene Sache:
    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Harzburger-Hof-Neubeginn-noch-Zukunftsmusik,harzburgerhof218.html

  • #12

    Monika (Sonntag, 17 Juli 2016 16:07)

    Es brennt schon wieder im Harzburger Hof - inzwischen zum dritten Mal.

    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Harzburger-Hof-steht-wieder-in-Flammen,harzburgerhof220.html

  • #13

    shania (Freitag, 09 September 2016 00:21)

    Der dritte Brand hat diesem wunderschönen Haus nun den Rest gegeben. Es brannte wieder mal in einem Teil, der zuvor noch nicht beschädigt worden war. Mittlerweile gibt es nur noch einen kleinen Teil des ehemaligen Verwaltungsgebäudes, in dem das Dach noch intakt ist. Alle anderen Gebäudeteile sind nun von oben der Witterung ausgesetzt. Nicht zu vergessen das viele Löschwasser, das Wände und Decken beschädigt hat. Das Gebäude ist absolut nicht mehr zu retten. Es würde mich nicht wundern, wenn es ein viertes Mal brennt. Das scheint jemandem richtig Spaß zu machen. Ich habe Fotos von außen und vom Burgberg aus gemacht. Es sieht schlimm aus. Es fehlen sogar schon in einem Bereich die Außenwände...

  • #14

    Lars (Dienstag, 04 Oktober 2016 12:50)

    Das große historische Hotelkomplexe in Bad Harzburg ein Opfer von Brandstiftung werden, scheint eine selstsame Tradition zu haben. Bereits 1988 wurde so "Bodes Hotel" (ehem. "Hotel Asche") Papenbergstr./Am Stadtpark zerstört und die Täter bis heute nicht ermittelt.

    Im Fall des Harzburger Hofes fürchte ich, das einfach vollendete Tatsachen geschaffen werden sollten um freie Bahn für den Abriß zu bekommen, gegen die Zerstörung gut erhaltener und "noch zu rettender" Bausubstanz hätte es ja gewiß Widerstand gegeben.
    Zwar ist noch nicht endgültig entschieden, was mit dem Gelände geschehen soll, aber Abriß und Neubau (garantiert eine weitere scharfkantige, seelenlose Scheußlichkeit aus Glas und Stahlbeton, deren Flair sich nur dem Architekten erschließt) scheinen beschlossene Sache.
    Es macht mich jedenfalls immer wieder traurig, wenn unwiderbringliche Baudenkmäler, die sowohl die Kriegszerstörungen als auch den kurzsichtigen Modernisierungswahn der folgenden Jahrzehnte überlebt haben, auch heute noch mutwilliger Zerstörung zum Opfer fallen.

  • #15

    Bernie (Freitag, 21 April 2017 18:47)

    Die Menschen in der Harzregion sind ein eigenwilliger Schlag, ich bezeichne sie gern, obwohl ich dort selbst geboren bin unweit von Bad Harzburg als "Harzer Groller". Die Menschen dort haben weder was von der rheinischen Frohnatur und nichts vom Hanseaten der Küste mit seinem kühlen Humor. Patzigkeit kennt keine Grenzen, das habe ich selbst erfahren Ende der 70 ziger Jahre bei einem Besuch in Bodes Hotel. Mit Freunden war ich auf dem Weg in das damalig schon vorhandene Apparthotel mit seiner hauseigenen Diskothek "King Georg". Dies war unser Ziel für den Abend ab 21 Uhr. Übrigens ist dieser moderne Betonklotz direkt gegenüber vom heute abgebrannten Hotel Harzburger Hof. Ich bestellte mir zum Abendessen 2 Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat und bekam dafür eine gesalzene Rechnung präsentiert von ungefähr 15 DM damals 1978. Ich fragte freundlich bei der Kellnerin nach, ob sie sich nicht vertan habe, sie erwiderte im harrschen Ton, wir sind eine Kurstadt und zu dem Hotel, der Preis ist hier normal. Zahlen musste ich ja, aber ich ging mit der Bemerkung, ihr Hotel (Bodes Hotel) wollte ich eigentlich nicht kaufen.
    In der damaligen Diskothek King George traf man als junger Erwachsener von 18 ,19 Jahren auf wenig gleichaltrige Mädels. Überwiegend hielten dort ältere Damen und Herren jenseits der 30 oder 40 die Plätze besetzt. Schon damals musste man gut und gerne mehr als 5 DM für ein Cola-Whisky berappen und für ein Pils auch gute 3,50 DM. Man hielt sich so lang es ging an höchstens 2 Getränken am Abend fest zum Ärgernis der Bedienugen, die fortlaufend vorbei kamen und argwöhnisch in das noch gut halb gefüllte Glas schauten. Als 18 jähriger damals im John Travoltalook eine junge Frau dort aufreißen, das war nicht drin, es sei denn das sich dort gewisse Amüsierdamen aufhielten und ebenso ihre Hand aufhielten für ihre Dienste die sie entweder in einer stillen Ecke im Hotel, in einer Pension oder im Auto feilboten.
    Doch für die jüngeren gab es das Limerick, wo es sich genau befand weiß ich heute nicht mehr, kann mich aber an einen Besuch dort erinnern, wo es zu einer handfesten Schlägerei kam, wo immer mehr Besucher mit hineingezogen wurden. Das war mein erster und letzter Besuch in dieser besagten Diskothek. Solch ungehaltene Gäste hätte ich in dem Lokal nicht erwartet.
    Und was ist heute dort los, nicht viel, die Stadt ist total überaltert, genauso ihre Gäste, das reinste Mumienschieben auf den Flaniermeilen wenn es warm und sonnig ist.
    Aber auch in den Orten und Städten in direkter Nähe von Bad Harzburg geht es kaum anders zu, auch hier Überalterung der Bevölkerung, der Zeitgeist in vielen Häusern und Hotels ist in den 70 ziger Jahren stehen geblieben. Häuserfassaden in triesten grau in grau oder halt instand aber wegen Denkmalschautzauflagen nicht gerade jedermanns Sache. Die Arbeitslosigkeit ind er Region ist hoch, es gibt kaum Industriebetriebe, selbst Handelsbetriebe sind in den 90 ziger jahren zu Hauff pleite gegangen oder wurden auf fragwürdige Weise an die Wand gefahren oft von sogenannten Unternehmensberatern.
    Die Bahnanbindungen in die großen Harzorte wie Bad Harzburg und Goslar sind keinesfalls seitgemäß und vom Fernnetz der Bahn abgehängt. Wer dort mit der Bahn anreisen möchte, muss umsteigen in unbequeme oft überfüllte Treibwagen in Kauf nehmen. Lobenswert dagen ist der Dampfbetieb der Harzquerbahn die von Wernigerode aus zum Brocken führt. Das ist ein wirkliches Highlight wo selbst das SW Fernsehen schon Filme drehte für die Sendereihe Eisenbahnromantik. Noch erwähnenswert, das Bergbaumuseum in Goslar im Rammelsberg, aber alles andere ist "kalter Kaffee".

  • #16

    Bernie (Montag, 24 April 2017 16:52)

    Nach Vandalismus, einem Zimmerbrand im September des Jahres 2013, dem ersten Großbrand im Mai des Jahres 2014, einem weiteren Großbrand im Nebengebäude mehr als ein Jahr später und dem dritten Großbrand im letzten Jahr ist nun an den Ostertagen 2017 ein Teil des Gebäudes eingestürzt.
    Das ganze Anwesen gibt ein trostloses Bild wieder und im inneren des Gebäudes sieht es schaurig aus, neben den gewaltigen Brandspuren hat das Löschwasser schwarzen Schimmel hinterlassen und Decken einstürzen lassen.
    So wie ich in Erfahrung bringen konnte, wurde dem jetzigen Eigentümer ein Architekt eine gerichtliche Auflage erteilt das Gebäude in Kürze abreißen zu lassen. Mal sehen ob Taten folgen.

  • #17

    quäsi16 (Sonntag, 28 Mai 2017 22:54)

    (Sonntag, 28.5.2017)
    Ich bin jedesmal wieder erschüttet wenn ich die Bilder vom Harzburger Hof sehe. Habe von 1972-1974 meine Ausbildung dort gemacht und anschließend noch etliche Jahre in dem Haus gearbeitet. Jedes Bild eines Raumes ist mit vielen Erinnerungen und Geschichten verbunden. Es tut in der Seele weh, wenn man sieht, was von dem Hotel geblieben ist.Es war damals eine wunscherschöne Zeti für mich. Wir hatten hauptsächlich Stammgäste, die immer im gleichen Zimmer wohnten und immer den gleichen Tisch im Restaurant hatten. Wir hatten damals noch eine med. Bäderabteilung und einen Arzt im Haus. Alles änderte sich als die Spielbank kam. Aus dem großen Speisesaal wurde der Spielsaal und im früheren "Kurhof" (der linke Gebäudeteil vom Haupteingang gesehen) wurde für Büros und Kantine der Spielbank umgebaut. Aber auch diese Zeit hatte ihren Charme. Leider hat es keiner der Besitzer (allein zu meiner Zeit waren es vier verschiedende) für nötig gehalten zu investieren. Schade.
    Ich bin auch heute noch regelmäßig in Bad Harzburg und es zieht mich wieder zu "meinem"
    Harzburger Hof, auch wenn mir das Herz blutet.