Auf Stempeljagd im Harz: Elfenstein bei Bad Harzburg

Ich habe es getan! Seit heute gibt es auch in unserer Familie ein Stempelheft für die Harzer Wandernadel. Um das Heft voll zu bekommen, fehlen - nach der heutigen Wanderung von Goslar nach Bad Harzburg - nur noch läppische 221 von 222 Zielen.

Ehrlich gesagt, die "attraktiven Wander-Abzeichen", mit denen die Harzer Wandernadel auf ihrer Webseite beworben wird, haben mich bislang eher abgeschreckt. Sie erinnern an die Abzeichen an den Wanderstöcken von älteren Herren mit Flachmann im Rucksack. Da fühle ich mich eher nicht zur Zielgruppe gehörig... (Hier kann man die Anstecknadeln ansehen).

Ohne Auto ist es schwierig im Harz

Harz-Wanderpass mit erstem Stempel
Harz-Wanderpass mit erstem Stempel

Die Frage ist allerdings: Wo fängt man an, wenn man im Harz wandern möchte? Und da sind die Ziele im Wanderpass eine prima Anregung. Und die Nadel muss man sich ja nicht holen...

 

Der Rest der Familie war auf "Männertour", paddeln und campen. Ich wollte im Harz wandern gehen, hatte aber kein Auto. Der ursprüngliche Plan, eine Führung des Landschaftspflegeverbands in Sorge mitzumachen, scheiterte an den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Rückfahrt, die mit dem Auto in einer knappen Stunde zu machen ist, hätte mit den Öffis vier Stunden gedauert, inklusive drei Mal umsteigen. Das war mir dann doch zu aufwändig. Mit Bus und Bahn hat man es im Harz schwer. Leider. 

 

Ich brauche also ein Ziel, das von Braunschweig aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu ereichen ist. Goslar und Bad Harzburg bieten sich an. Erwischt man eine Verbindung ohne Umsteigen, erreicht man die beiden Städte im Nordharz mit der Regionalbahn jeweils in rund 45 Minuten. Auf der Suche nach einer Halbtageswanderung im Internet lande ich auf der Seite der Harzer Wandernadel und entdecke die Stempelstelle am Elfenstein, kurz vor Bad Harzburg. 

 

Von Goslar nach Bad Harzburg

 

Der Plan steht schnell fest: Mit dem Zug nach Goslar, Abstecher zum Elfenstein, weiter nach Bad Harzburg und von dort mit dem Zug zurück nach Braunschweig. Ich bummle durch das mittelalterliche Goslar zur Touristeninformation, um dort den Wanderpass zu kaufen. Man sieht den vielen noch erhaltenen Gebäuden an, dass die Stadt dank der Silbererz-Vorkommen früher richtig reich war (Mehr unter: Goslar: Wohlfühlen im Brauhaus). 

 

 

Die Wanderung selbst führt am Harzrand entlang. Ein Stück hinter dem grauen Gebäude des Berufsförderungswerks am Rande Goslars stoße ich im Wald auf ein verlassenes Fabrikgelände. Ein älteres Ehepaar klärt mich auf, dass dort früher Erz aufbereitet wurde. Tatsächlich wurde am Goslarer Rammelsberg noch bis 1988 Erz abgebaut. Der Rammelsberg wurde in ein - übrigens sehr empfehlenswertes - Bergwerksmuseum umgebaut, das Fabrikgelände am Wanderweg wird wohl nur noch gelegentlich als Filmkulisse genutzt. 

Brücke? Es geht auch ohne...

Das Ehepaar hat zwei voll gefüllte kleine Eimer mit Himbeeren bei sich. Und tatsächlich gibt es auf dem Weg viele Büsche mit reifen Himbeeren. Frisch gestärkt überquere ich das Flüsschen Gelmke, kurz vor dem Gelmketeich. Brücke gibt es keine, also müssen die Steine im Wasser herhalten. Auf dem Weg gibt es immer wieder ein Plätschern von irgendwo zu hören - leider kommt das Wasser gelegentlich auch von oben, aber das hält sich zum Glück in Grenzen. 

 

Da es zwischen Goslar und Bad Harzburg keinen offiziell ausgeschilderten Wanderweg gibt, muss ich oft auf dem Smartphone nachsehen, wie es weitergeht. Ohne Navigationsgerät ist diese Tour eher nicht zu empfehlen. Mal auf breiten Forstwegen, mal auf schmaleren Pfaden führt die Strecke an dem kleinen Städtchen Oker vorbei. Hier sind noch viele Hundebesitzer unterwegs. Dann wird es ruhiger. Neben dunklen Fichten dominieren am Harzrand angenehm lichte Mischwälder.

Steiler Anstieg zum Elfenstein

Zum Elfenstein geht es rund einen Kilometer steil nach oben. Ich komme ordentlich ins Schwitzen und staune, dass der Weg auch für Mountainbiker ausgeschildert ist. Die müssen ordentlich Kondition mitbringen, um den Anstieg zu schaffen. Allzu oft scheinen allerdings weder Fußgänger noch Mountainbiker den Weg zu dem imposanten Granitfelsen zu nutzen, so zugewaschsen ist er stellenweise. Schade eigentlich, denn von dem Aussichtspunkt auf 420 Metern Höhe hat man einen tollen Blick auf Bad Harzburg. Und dann ist da ja noch der Stempel für den Wanderpass...

 

 

Zum Abschluss geht es noch in eine besondere Gaststätte, das Künstlercafé Winuwuk in Bad Harzburg. Schön wars!

Und sonst?

Den Wanderpass gibt es für 2,50 Euro in den meisten Touristeninformationen im Harz. Hier ist eine Übersicht über alle Verkaufsstellen. Insgesamt gibt es 222 Ziele im Harz mit Stempelstellen. Wer alle erwandert hat, darf sich Wanderkaiser nennen und eine entsprechende Nadel anstecken. Die Bronzenadel gibt es schon ab acht Wanderungen. Viel schöner sind allerdings die Themennadeln, die man bekommt (oder ganauer gesagt, für vier Euro kaufen kann), wenn man z.B. den Harzer Hexenstieg oder den Grenzweg entlang gewandert ist. Toll für Kinder sind "Wanderprinz" und "Wanderprinzessin" - die Belohnungsanstecker für elf Wanderungen. Alle Infos zur Harzer Wandernadel unter: www.harzer-wandernadel.de

Infos zur Tour:

Wanderung von Goslar nach Bad Harzburg:

Dauer: 3:22 Stunden

Entfernung: 14,7 Kilometer

Höhenmeter: 360

 

Die beschriebene Wanderung führt von Goslar am Harzrand entlang über Oker nach Bad Harzburg. Mit Zwischenstopps in der Touriinfo am Marktplatz in Goslar (um den Wanderpass zu kaufen), an der Stempelstelle Elfenstein und im Café Winuhuk in Bad Harzburg. Ich habe sie mit dem Routenplaner Komoot geplant.

Teilen:

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Dorothee Kemper (Sonntag, 20 Juli 2014 15:05)

    ...hallo und guten Tag Monika Herbst!
    ich freue mich immer wieder über "Neuigkeiten" in Ihrem BLOG.....
    Dorothee Kemper

  • #2

    monika-herbst (Montag, 21 Juli 2014 22:10)

    Hallo Frau Kemper,
    prima, das freut mich. Und Kompliment für die schöne Esskultur-Seite: http://esskultur-im-harz.blogspot.de
    Die schönen Ziele im Harz werden immer mehr :)
    Viele Grüße, Monika Herbst