Monika Herbst

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Bio-Rinder - vom Hirngespinst zum Erfolg

Alle haben ihm abgeraten: Wie kann man ausgerechnet auf das Harzer Rote Höhenvieh setzen? Ein Tier mit wenig Milchleistung und wenig Fleisch. Dazu noch in ökologischer Landwirtschaft. Daniel Wehmeyer hat sich von den Landwirtschafts-Experten nicht beirren lassen: Heute, 14 Jahre später, kommen sogar Kunden aus Hannover und Hamburg in den Harz, um das qualitativ hochwertige Rindfleisch bei ihm zu kaufen. 

Die örtlichen Landwirte winkten ab

Eine schmale Teerstraße führt zum Hof von Daniel Wehmeyer, 32. Der Hof liegt etwas außerhalb des Dorfes Düna, bei Osterode. Eine hügelige Gegend am Harzrand, neben der Straße sind Felder und Weiden. Der Landwirt ist an diesem Vormittag noch nicht fertig mit der Stallarbeit. Er springt kurz von seinem Traktor, vertröstet den Besuch und schickt ihn zu seinen Eltern, "das vierte Haus auf der linken Seite, im Hof steht eine Birke". Sein Vater und seine Mutter sind es dann auch, die die Geschichte des Hofes erzählen - den es ohne ihre Unterstützung nicht geben würde: Ihr Sohn war gerade mal 16 Jahre alt, als 1998 ein Bewirtschafter für das neue Naturschutzgebiet Hainholz/ Beyerstein, westlich von Düna, gesucht wurde. Die Bedingungen: kein Dünger, keine Gülle, keine Spritzmittel. Die örtlichen Landwirte winkten ab. Wie sollten sie unter diesen Bedingungen vernünftigen Ertrag erwirtschaften?

Harzer Höhenvieh statt Hochleistungskühe

Für Daniel Wehmeyer war schon als Kind klar, dass er Landwirt werden wollte. Als 14-Jähriger machte er ein Praktikum auf einem Bio-Bauernhof. Das Angebot, die Flächen im Naturschutzgebiet zu bewirtschaften, bedeutete für ihn den ersehnten Einstieg in die Landwirtschaft. Seine Eltern - beide berufstätig, als Krankenschwester beziehungsweise als Schlosser - sprangen zunächst ein, kümmerten sich in ihrer Freizeit um die Flächen und kauften die ersten Tiere. Naturschützer empfahlen ihnen das Harzer Rote Höhenvieh, eine widerstandsfähige und genügsame Rinderrasse, die früher im Harz heimisch war - vor dem Siegeszug der Hochleitungskühe in den 60er und 70er-Jahren. Die Tiere werden länger gemästet, was mehr kostet, liefern dafür aber mageres und qualitativ hochwertigeres Fleisch. Während sich seine Eltern um den Betrieb kümmerten, machte Daniel Wehmeyer die Ausbildung zum Landwirt. Mit 20 übernahm er dann den Hof. 

Futter von kräuterreichen Harzer Bergwiesen

Inzwischen gehören ihm rund 240 Rinder, die im Winter in einem geräumigen, gepflegten Außenklimastall stehen und im Sommer die kräuterreichen Harzer Bergwiesen beweiden. Alle zwei Wochen wird geschlachtet. Dann liefert er das Fleisch an verschiedene regionale Gastronomen im Harz - und seine Mutter verkauft es vor Ort. Dass es diesen Hofverkauf gibt, steht (noch) nicht auf der Homepage von Daniel Wehmeyer, es gibt auch kein Hinweisschild am Haus der Eltern. Trotzdem kommen die Interessenten. Die Qualität des Fleisches hat sich herumgesprochen. 

Fleisch vom Harzer Roten Höhenvieh kaufen

Die Wehmeyers bieten 10kg-Fleischpakete vom Harzer Roten Höhenvieh an. Darin enthalten sind u.a. Hackfleisch, Gulasch, Schmorbraten, Suppenknochen etc. Vorbestellung unter Telefon 05522/ 74854 oder per E-Mail unter Daniel.Wehmeyer@gmx.de. 

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Kommentare: 2
  • #1

    monika-herbst (Mittwoch, 12 November 2014 09:23)

    In Tanne investiert Familie Thielecke (www.brockenbauer.de) in eine Bio-Fleischerei mit Harzer Höhenvieh - mit eigenem Schlachthof, Bauernhof-Café und Hofladen. Mehr dazu: http://bit.ly/1v2kx9n

  • #2

    Monika Herbst (Mittwoch, 24 Februar 2016 11:55)

    Glückwunsch! Herr Wehmeyer ist einer der drei Gewinner des Bundespreises Ökologischer Landbau 2016. Das Landwirtschaftsministerium zeichnet damit Betriebe aus, die sich durch praxisbewährte innovative Leistungen oder besonders nachhaltige gesamtbetriebliche Konzeptionen auszeichnen. In der Begründung der Jury heißt es:

    "In der Bio-Rinderzucht Harzer Rotes Höhenvieh werden 240 Rinder dieser vom Aussterben bedrohten Rasse von Frühjahr bis Herbst auf der Weide gehalten, die Wintermonate verbringen sie in einem artgerechten Außenklimastall. Die Biofleisch- und Wurstwaren werden ausschließlich in der Region vermarktet, und auch im lokalen Naturschutz ist der Betrieb aktiv.
    Der Bio-Rinderzucht Harzer Rotes Höhenvieh wird für seine gesamtbetriebliche Konzeption mit dem Bundespreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet."

    Hier wird der Betrieb in einem Video vorgestellt: https://www.youtube.com/watch?v=HZGZAjASJbA&feature=youtu.be